Kandidaten für Landesvorsitz stellen ihre Schwerpunkte vor

Digitalisierung, mehr Bürgernähe und Zusammenarbeit. Auf der Kreismitgliederversammlung der GRÜNEN sprachen die Kandidaten für den Landesvorsitz in NRW, Felix Banaszak (28) und Wolfgang Rettich (39) über parteiinterne und gesellschaftliche Herausforderungen. Auf dem Landesparteitag am 20. Januar wird die Entscheidung fallen, wer an der Seite von Mona Neubaur die Doppelspitze der NRW GRÜNEN bildet. Beide gehören dem linken Parteiflügel an.

Mehr Bürgernähe und Ausgleich zwischen Stadt und Land

Der Kultur- und Politikwissenschaftler Felix Banaszak ist KV Sprecher in Duisburg und bringt als Büroleiter der Europaabgeordneten Sven Gigold und Terry Reintke neben kommunaler auch langjährige europäische Erfahrungen mit. In seiner Vorstellung ging er zunächst auf die Wahlniederlage in NRW ein und welche Konsequenzen die GRÜNEN daraus ziehen müssten. „Wir haben nicht die richtigen Antworten auf die politischen Herausforderungen gefunden. Bei den Bürger*innen entstand ein Entfremdungsgefühl“, kritisierte Banaszak. „Wir müssen uns mit der Frage des gesellschaftlichen Zusammenhaltes auseinandersetzen und wieder die Nähe der zivilgesellschaftlichen Bewegungen suchen.“

Eine weitere Herausforderung besteht für ihn im Bereich Stadt und Land. „Viele ländliche Regionen klagen darüber, dass sie den Anschluss an die Daseinsvorsorge verlieren. „Um der Landflucht zu begegnen müssen wir gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land schaffen und dem Ärztemangel, Breitbandversorgung und der Mobilitätsanbindung begegnen.“ Stadt und Land könnten gut voneinander lernen. Ländliche Regionen von der Kulturpolitik der Städte. Für Großstädte sei es wiederum wichtig, woher die Nahrungsmittel kämen und etwas gegen das Artensterben tun.

Interen Erneuerung und Digitalisierung

Der Diplom Sozialwissenschaftler Wolfgang Rettich, ist derzeit hauptamtlicher Schatzmeister der NRW-Grünen und sitzt im Bochumer Stadtrat. Er sprach über interne Erneuerungsprozesse, mit denen er die Partei neu aufstellen wollte. „Wir brauchen eine bessere Wissensorganisation und strategische Vernetzung zwischen den Landesarbeitsgemeinschaften und den Kommunen. Außerdem brauchen wir eine neue Debattenkultur und mehr Transparenz. Wir müssen raus aus dem Hinterzimmer und die politischen Konflikte mehr auf der öffentlichen Bühne austragen.“

Zentrales Zukunftsthema sieht er in der Organisation der digitalisierten Gesellschaft. „Wir müssen Antworten auf die Fragen finden: Wie gehen wir mit dem gläsernen Kunden um? Wie werden unsere digitalisierten Versicherungssysteme funktionieren? Wie wird sich die Arbeitswelt und unser Verhältnis zur Arbeit verändern?“.

 

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