Eva Malecha verabschiedet sich aus der StädteRegion

Im Dezember 2017 verlässt Eva Malecha die GRÜNE Fraktion im Städteregionstag, um als Studienverlaufsberaterin an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach eine neue Stelle anzutreten. Die junge Power-Frau bereicherte die Fraktionsarbeit u.a. als Expertin für Inklusion. Ihre Masterarbeit schrieb sie über die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auf Bundesebene und inwiefern Deutschland den Kriterien der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht wird. Als Vorsitzende des städteregionalen Inklusionbeirates begleitete sie die Umsetzung des Inklusionsplanes von Beginn an. Über Rückblick und Ausblick der Inklusionsarbeit berichtete sie im Pressegespräch.

Von anfänglichen Schwierigkeiten zu konstruktiver Zusammenarbeit

Vor Beginn der Wahlperiode 2014 wurde der Inklusionsplan für die StädteRegion auf zwei breit angelegten Inklusionskonferenzen erarbeitet. Daraufhin wurde der Inklusionsbeirat gegründet, um die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen zu begleiten. In der Anfangsphase musste sich der Beirat erst einmal zusammenfinden. Die Sitzungen liefen noch recht chaotisch ab. „Ich habe die Dezernentin nicht dran genommen und Verbände im Wort unterbrochen, um Ruhe in die Sitzung zu kriegen,“ berichtete Eva Malecha von ihren Erfahrungen. „Der Inklusionsplan war zunächst ein Sammelsurium unterschiedlicher Vorschläge. Die Erwartungen waren hoch. Nicht jeder Bereich lag in der Zuständigkeit der StädteRegion. Das hat am Anfang zu Frustration geführt.“

Im Laufe der Zeit wurden Zuständigkeiten geklärt und geschaut, was vor Ort umgesetzt werden konnte. Aus dem Inklusionsplan wurde dann ein Aktionsplan, mit klar formulierten Erwartungen und konkreten Umsetzungsvorschlägen. „Das hat die Arbeit erleichtert. Die Kommunikationsweise wurde besser. Heute gestalten Inklusionsamt und die Verbände gemeinschaftlich die Arbeit,“ so Eva Malecha.

Es gibt noch viel zu tun!

Die kontinuierliche Arbeit des Inklusionsbeirates war ein erster wichtiger Schritt die Inklusion in der StädteRegion Aachen voranzutreiben. Doch ausgerechnet das Haus der StädteRegion kann in Sachen Barrierefreiheit noch „eine Schippe drauf legen“, wie sie sagt. Bei den Berufskollegs sei die StädteRegion hingegen auf einem guten Weg. „Wir müssen noch mehr darauf schauen, wie wir bestimmte Dinge erledigen. Wir müssen Prioritäten besser setzen, um effektiver arbeiten zu können. Der Inklusionsbeirat soll Empfehlungen an die Ausschüsse geben, das passiert bislang nur ungenügend. Um dieses Problem zu lösen haben wir jüngst einen Antrag „Inklusion als Queerschnittsthema“ gestellt. Jede Vorlage soll bedenken, inwiefern die Belange von Menschen mit Behinderungen berührt werden.“

Auch im Bereich „leichter Sprache“ müsse noch mehr getan werden. Noch gebe es kein einheitliches Recht auf verständliche Sprache, kritisiert Eva Malecha. „Eine kurze Zusammenfassung der Vorlagen und amtlichen Briefen in leichte Sprache ist wünschenswert. An diesem Thema ist die StädteRegion dran. Bei der Homepage wurde bereits vieles umgesetzt. Bei viel frequentierten Ämter, wie dem Straßenverkehrsamt. Doch es müssen auch Grenzen gesetzt werden. Nicht alle Informationen müssen übersetzt werden. Barrierarmut ist wichtiger als Barrierefreiheit.“

Für Eva Malecha rückt der politisch ebenfalls sehr erfahrene Christoph Simon in den Städteregionstag nach.

Artikel in den Aachener Nachrichten

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