Herzogenrath ist in der Flüchtlingsarbeit gut aufgestellt!

Diese erfreuliche Aussage verlauteten die Grünen aus Herzogenrath. Daniel Reinartz, Sprecher des OV Herzogenrath, erläutert für das Themenspecial „Flüchtlinge“ des Grünen Kreisverbandes Aachen, die aktuellen Lage der Flüchtlinge im nördlichsten Teil der Städteregion.

Wie ist die ist die Situation der Flüchtlinge in Herzogenrath?

Die Verwaltung in Herzogenrath hat ein Konzept der „Dezentralen Unterbringung“ entwickelt. Die meisten Flüchtlinge werden direkt in Wohnungen untergebracht, die die Stadt angemietet hat. Das erleichtert die gesellschaftliche Integration. Um die räumlichen Kapazitäten zu erweitern, soll außerdem Kontakt zu weiteren Wohnungseigentümern aufgenommen werden, deren Wohnungen schon seit drei, vier Jahren leer stehen. Die Verwaltung hält ein vertrauensvolles Verhältnis zu privaten Immobilienfirmen, wodurch die Wohnungssuche erleichtert wird. Nur bei alleinstehenden Männern ist eine Unterbringung bisher immer in Wohnheimen erfolgt. Teilweise sind auch einige größere Familien in den Heimen. Die Heime sind in Ordnung und werden durch die Stadt in Stand gehalten. Im November 2014 haben wir einen einstimmigen Beschluss gefasst, dass Rauchmelder angebracht, die Duschräume renoviert und Feuchtigkeitsprobleme gelöst werden.

Was läuft in Herzogenrath besonders gut in der Flüchtlingspolitik?

Besonders stolz sind wir, dass wir keine Container für neue Flüchtlinge aufstellen mussten. Die Stadt wird eine ehemalige Gaststätte und Pension für die Dauer von zwei Jahren anmieten. Diese Räumlichkeiten sind in einem guten Zustand und vom Zuschnitt sehr geeignet. Der Gebäudebesitzer überlässt der Stadt freundlicher Weise Teile dieser Einrichtung. Auch die Menschen in Herzogenrath heißen die Flüchtlinge willkommen. Es gibt zahlreiche ehrenamtliche Initiativen, die sich um die Flüchtlinge kümmern, z.B. in Sachen Deutschunterricht.

Gibt es etwas, das noch verbessert werden kann?

Die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen gestaltet sich noch nicht ganz so, wie man es sich wünscht. Es gibt eine Koordination, aber diese reicht nicht aus. Wir brauchen mehr hauptamtliche Kräfte, die die Ehrenamtlichen koordinieren und die zum Informationsaustausch von Vereinen, Verbänden, Kirchen und die Stadt beitragen. Gerade im Bereich der Deutschkurse brauchen wir noch mehr (ehrenamtliche) Unterstützung.
Ein weiterer Punkt, der verbessert werden könnte, ist die Aufenthaltsdauer. Aufgrund der teilweise kurzweiligen Aufenthaltsdauer, ist es schwierig die Menschen in freie Wohnungen unterzubringen. Wenn das Asylverfahren geklärt ist, werden viele nach 6-12 Wochen wieder abgeschoben. Ein solches hin und her bedeutet für die Verwaltung einen hohen bürokratischen Aufwand. Viele Menschen stehen vor dem Nichts wenn sie hier ankommen. Doch die Bundesregierung will von Armutsmigration nichts wissen. Anstatt pauschaler Abschiebung, sollte das Recht zur individuellen Prüfung eines Asylbegehrens gelten. Ein gesicherter Aufenthalt würde uns die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge erleichtern.

(Bildquelle: Dieter Schütz/pixelio.de)

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